Bundesumweltministerin fordert schnelle Nachrüstungen für Diesel-Pkw

Nachrüstungen für Diesel-PKW gefordert
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Bundesumweltministerin Svenja Schulze fordert, dass wegen der schlechten Luft in den Innenstädten alle Diesel-Pkw schnell nachgerüstet werden sollen.
Wie die SPD-Politikerin am Donnerstag in Berlin erklärte, müsse man schnellere und größere Fortschritte machen, um die „Luft sauber zu bekommen“, wenn man vor Gericht bestehen wolle. Man brauche so schnell wie möglich technische Nachrüstungen für Diesel-Pkw „und zwar auf Kosten der Automobilhersteller“. Wer sich dem verweigere, riskiere weitere Wertverluste der Dieselfahrzeuge, Fahrverbote und eine Niederlage vor dem Europäischen Gerichtshof. Seitens der Bundesregierung und der Automobilindustrie gibt es derzeit noch starken Widerstand gegen eine Aufrüstung.
Ihre Klage begründete die EU-Kommission unter anderem damit, dass in Deutschland noch immer keine geeigneten Maßnahmen ergriffen worden seien, um die Zeiträume der Grenzwertüberschreitung so kurz wie möglich zu halten.

Nachrüstungen zur Verhinderung von Wertverlusten

Schulze erklärte, dass die Luft durch Nachrüstungen der Hardware unmittelbar sauberer werde. Das wäre nicht nur gut für die Menschen, die in den betroffenen Regionen leben. Man könne damit auch den Wertverlusten von Diesel-Autos Einhalt gebieten. Einer Blauen Plakette erteilte die Umweltministerin dabei eine klare Absage. Die benötige man nur, wenn man Fahrverbote aussprechen wolle. Erst einmal sollen andere Möglichkeiten genutzt werden.

Hintergrund

Die EU-Kommission hat die Entscheidung getroffen, Deutschland und fünf weitere Länder wegen zu schmutziger Luft in zahlreichen Städten vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen. Kernpunkt ist dabei die Missachtung der EU-Grenzwerte für Stickoxide, die bereits seit 2010 als für alle EU-Staaten verbindlich festgelegt worden sind.

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