Chinesische Autobauer laufen deutschen Herstellern im Bereich E-Mobilität den Rang ab

Chinesische Autobauer laufen deutschen Herstellern im Bereich E-Mobilität den Rang ab
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BMW verspricht sich von der Öffnung des chinesischen Automarkts in China viel. Allerdings haben sich die chinesischen Automobilhersteller auf dem E-Mobilitätsmarkt schon einen deutlichen Vorsprung herausgearbeitet.
China ist nicht nur der weltweit größte Automarkt. Hier werden auch mit Abstand die meisten Fahrzeuge produziert. Und noch einen weiteren Grund gibt es, warum das Land seit letzter Woche noch interessanter für Automobilhersteller aus anderen Ländern ist. Die Regierung hat eine Öffnung des Marktes beschlossen. So soll es ab 2022 nicht länger einen Zwang für Ausländer zu Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Hersteller geben. Als erster deutscher Hersteller will davon BMW profitieren. Man denkt bereits darüber nach, in China für den Weltmarkt Fahrzeuge herzustellen.
Auf der anderen Seite deutet es sich aber auch an, dass die chinesischen Hersteller die Deutschen und die Japaner technologisch deutlich überholen. Dies wurde auf der größten Automesse der Welt in Peking ersichtlich. Expertenmeinungen zufolge warten ausländische Hersteller schon lange sehnlichst darauf, dass die staatlichen Zwänge auf dem als sehr profitabel geltenden chinesischen Markt beseitigt werden.

Geländewagen iX3 vorgestellt

Ausländische Hersteller haben ab 2022 die Möglichkeit, eigene Werke zu bauen und Fahrzeuge nicht nur zu exportieren, sondern auch stärker aus Werken in andere Länder mit niedrigeren Zöllen zu importieren. Genauer äußerte sich BMW-Chef Harald Krüger auf der Automesse allerdings noch nicht. Jedoch sagte Finanzvorstand Nicolas Peter, dass BMW in zwei Jahren erstmals Elektroautos gemeinsam mit seinem chinesischen Partner Brilliance exportieren werde. Auf der Messe stellte BMW unterdessen den iX3 vor, den neuen kompakten Geländewagen mit Elektroantrieb.
Das traditionelle Geschäft mit Benzinern dominiert zwar noch, doch sind sich mittlerweile die meisten Experten einig, dass die Zukunft in der E-Mobilität liegt. Und hier seien die chinesischen Unternehmen drauf und dran, die Deutschen zu überholen.

Chinesische Hersteller von Regierung gefördert

Wie Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen erklärte, haben sich die chinesischen Autohersteller und Zulieferer „längst zu veritablen Wettbewerbern auf dem weltweiten Automarkt entwickelt.“ Hier sind vor allem Marken wie Byton, Airways und WEY zu nennen, die vor allem mit Elektro-SUVs auf sich aufmerksam machen. Außerdem investiere derzeit kein Land so stark in die Batterietechnologie wie China.
Weiterhin fördert die chinesische Regierung die Autohersteller stark. Ab 2019 muss jedes zehnte produzierte Auto mit einem Elektro- oder wenigstens einem Hybrid-Motor ausgestattet sein. Die Quote wolle man in Zukunft schnell erhöhen. Weiterhin ist es in Großstädten wie Shanghai oder Peking kaum noch möglich, Nummernschilder für benzinbetriebene Autos zu bekommen. Weiterhin gibt es staatliche Förderungen für E-Autos.

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