EU-Kommission denkt über neue Regeln für CO2-Grenzwerte bei Pkw nach

EU-Kommission denkt über neue Regeln für CO2-Grenzwerte bei Pkw nach
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Derzeit berät sich die EU-Kommission über ein neues Verfahren zur Festlegung von Abgas-Grenzwerten bei Pkw. Verschiedene Verfahren sind im Gespräch.
Es gäbe dann nicht länger einen fixen Wert, der im gesamten Sortiment eingehalten werden muss (Flottendurchschnitt). Stattdessen wären die Hersteller verpflichtet, die Emissionen prozentual zu verbessern.

Längerfristige Vorgaben für die Abgaswerte bei Pkw

Derzeit gibt es in der EU ein Pkw-Ziel, dessen Erreichung für das Jahr 2012 vorgesehen ist. Bis zu diesem Zeitpunkt darf der CO2-Ausstoß pro Kilometer höchstens bei 95 Gramm liegen (bei Neuwagen). Bei Benzinern entspricht das einem Verbrauch von 4,1 Litern auf 100 Kilometer. Bei Dieselfahrzeugen sind es 3,6 Liter.
Begründet wurde die Entscheidung mit der schrittweisen Einführung des neuen WLTP-Testverfahrens. Es soll den CO2-Ausstoß deutlich besser messen können als seine Vorgänger. Bis zum Ende des Jahres will die Kommission entsprechende Gesetzesvorschläge vorlegen. Ziel des neuen Messzyklus soll es sein, die Angaben zum Ausstoß realitätsnäher zu machen. Bei Tests werden dabei unter anderem höhere Geschwindigkeiten gefahren, es gibt geringere Standzeitenanteile und das Mehrgewicht von Sonderausstattungen wird berücksichtigt.

Kritik an dem neuen Verfahren

Nachdem die Wirtschaftswoche am Donnerstag über die Idee berichtet hatte, wurde auch Kritik laut. So beschrieb beispielsweise der niederländische EU-Abgeordnete Bas Eickhout die neue Methode als „Trick der Autolobby“. Es würden vor allem die Hersteller großer Autos und diejenigen, die bisher nicht viel für den Umweltschutz getan haben, belohnt. Entgegengehalten wurde dem, dass die Höhe der Prozentwerte derzeit noch überhaupt nicht feststehe und dass sie demnach auch für Hersteller von Premium-Fahrzeugen durchaus fordernd sein könnten.

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