Kfz-Versicherungsvergleiche könnten in Zukunft schwieriger werden

Versicherungsvergleich
© Stockwerk-Fotodesign – Fotolia.com

Immer weniger Schäden, Telematik-Tarife, Digitalisierung, Probleme in der Lebensversicherung – der Versicherungsbranche stehen große Veränderungen bevor.
Die entstehenden Kosten werden nicht selten auf die Kfz-Sparte umgelagert. Für den Autofahrer heißt das in Zukunft: Noch aufmerksamer sein, sonst steigen die Beiträge.

Preise steigen bei vielen Versicherern

Autofahrer haben traditionell bis Ende November Zeit ihre Kfz-Versicherung zu kündigen. Bei Preiserhöhungen, Schäden oder Besitzerwechseln ist der Wechsel auch noch später möglich. Und diese Möglichkeit sollten Sie nutzen. Denn das System der Versicherungen, wie wir es jetzt kennen, befindet sich im Wandel. Dieser Wandel liegt nur zum Teil in den gestiegenen Kosten für Ersatzteile begründet. Ein weiterer Grund für steigende Preise sind Probleme in der Lebensversicherung, wegen denen in der Kfz-Sparte so viel wie möglich verdient werden muss.
Zusätzlich strömen immer mehr Startups auf den Markt, bei denen es sich teilweise sogar um digitale Tochterunternehmen der großen Player handelt. Damit diese jungen Unternehmen überhaupt eine Chance haben, müssen sie in der Anfangszeit deutlich günstiger sein als die etablierte Konkurrenz. Später müssen sie dann die Preise erhöhen, um überlebensfähig zu bleiben. Für Versicherte dieser Unternehmen heißt das, dass sie wieder wechseln müssen.

Vergleiche von Versicherungstarifen werden schwieriger

Es empfiehlt sich also immer, sich nicht nur auf Vergleichsportalen, sondern auch auf den Webseiten der Versicherer umzusehen. Das ist aber nicht ganz so einfach. Die Anbieter versuchen nämlich, ihre Tarife durch viele verschiedene Auswahlmöglichkeiten und Bausteine ihre Tarife schwerer vergleichbar zu machen. Bei manchen Versicherern gibt es bis zu 50 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten.
Diese Verbindung von starkem Wettbewerb und Preiserhöhungen ist ein deutliches Zeichen für die Veränderungen, die sich aktuell bei den Autoversicherungen vollziehen. Da wollen einige Versicherer noch so viele Gewinne mitnehmen wie möglich, während andere eher darauf aus sind, ihre Kundenstämme zu konsolidieren.

Fahrverhalten immer mehr Einfluss auf Versicherungsprämien

2018 tritt eine EU-Verordnung in Kraft, nach der alle Neuwagen mit Systemen zur Positionserfassung und Notfallmeldung ausgestattet sein müssen. Durch diese Systeme kann auch das Fahrverhalten erfasst werden, anhand dessen sich anschließend Telematik-Tarife festsetzen lassen. Noch sind viele Fahrer gegen diese Systeme und zahlen stattdessen lieber Flatrate-Tarife für das ganze Jahr. Wenn man aber einmal bedenkt, dass Fahrzeuge 90 Prozent der Zeit stillstehen und anhand einer Messung der echten Nutzung zwischen 50 und 80 Prozent eingespart werden können, ist damit zu rechnen, dass sich dies noch ändert.

Artikelbild 1: © Stockwerk-Fotodesign - Fotolia.com