Verkehrspolitik: Expertengremium fordert Umdenken der Bundesregierung bei der E-Mobilität

Expertengremium fordert Umdenken der Bundesregierung bei der E-Mobilität
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Ein Gremium von Experten hat die Bundesregierung zu einem Umdenken in der Verkehrspolitik aufgefordert. Für Mobilität, die auf Dauer umweltfreundlich ist, brauche es eine klar festgelegte E-Auto-Quote.
In einem Sondergutachten schlägt ein Beratergremium der Bundesregierung eine feste Quote für Elektrofahrzeuge vor. So soll bis 2025 mindestens ein Viertel aller Fahrzeuge mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet sein.

Elektromobilität ist bereit für eine großflächige Markteinführung

Bisher habe der „Verkehrssektor keinen Beitrag zur Senkung der Treibhaugasemissionen geleistet“, so Claudia Kemfert, Professorin für Energieökonomie und Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU). Elektromobilität sei hocheffizient und bereit für eine großflächige Markteinführung. Das Gutachten der SRU attestiert der Verkehrspolitik der Bundesregierung zudem grobe Mängel. So wurde unter anderem kritisiert, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel eine E-Auto-Quote ablehnt und zuletzt auch ein Vorschlag für eine Quote emissionsfreier Fahrzeuge in der EU ab 2030 scharf angegriffen wurde.

Ausbau der Elektromobilität gefordert

Um die Quote ab 2025 umsetzen zu können, sei es erforderlich, die Infrastruktur für Ladegeräte deutlich auszubauen und die staatliche Förderung auch über das Jahr 2020 hinaus sicherzustellen. Sieben Experten fordern weiterhin, die Pkw- und Lkw-Maut zu einem „streckenabhängigen und flächendeckenden Mautsystem“ weiterzuentwickeln.
Die sieben Experten des Gremiums plädieren weiterhin dafür, Steuervergünstigungen für Diesel innerhalb der aktuellen Legislaturperiode abzuschaffen. Sie seien ökologisch nicht zu rechtfertigen. In diesem Zusammenhang sei es außerdem unerlässlich, den Verkehr von der Straße auf die Schienen zu verlagern. Da im Verkehr immer mehr Strom benötigt werde, müssen die erneuerbaren Energien deutlich ausgebaut werden.
Die SRU berät die Bundesregierung bereits seit 45 Jahren. Trotz aller Einsparziele stößt Deutschland heute aber immer noch genau so viel CO2 aus wie im Jahr 1992.

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